Jetzt mitmachen!
Wir freuen uns über jede Bürgerinitiative aus Südthüringen, die sich unserem Bündnis anschließen möchte. Gemeinsam sind wir stärker – je mehr Stimmen wir bündeln, desto mehr Gewicht haben unsere Forderungen gegenüber Politik und Planungsbehörden.
So meldet ihr euch
Unten findet ihr unser Kontaktformular. Dort könnt ihr uns unter anderem Folgendes mitteilen:
- Name der Bürgerinitiative
- Kurze Beschreibung
- Ansprechpartner (Name)
- Bilder, Dokumente (zum Hochladen)
Wir melden uns dann zeitnah bei euch.
Starterpaket: Eure Bürgerinitiative in den ersten Wochen
Ihr merkt gerade, dass in eurer Gemeinde ein Windvorranggebiet ausgewiesen werden soll, und fragt euch, wo ihr überhaupt anfangen sollt? Genau dafür ist dieser Abschnitt. Wir haben den Prozess selbst durchlaufen, mit allen Umwegen, und geben euch hier weiter, was wir gern von Anfang an gewusst hätten.
Das Wichtigste vorab: Ihr seid wahrscheinlich nicht zu spät, aber ihr habt auch nicht ewig Zeit. Der häufigste Fehler ist, monatelang über die Vereinssatzung zu diskutieren, während die Stellungnahmefrist im Regionalplan unbemerkt verstreicht. Klärt deshalb zuerst die Fristen, dann den Rest.
Schritt 1: Verschafft euch Klarheit über die Frist
Findet heraus, in welcher Phase der Regionalplan eurer Planungsregion gerade steckt und bis wann ihr eine Stellungnahme einreichen könnt. Diese Frist ist hart. Wer sie verpasst, verliert ein zentrales Beteiligungsrecht im Verfahren. Bei der Auslegung des zweiten Entwurfs zum Regionalplan Südwestthüringen läuft die förmliche Beteiligung noch bis Juli 2026, in anderen Planungsregionen gelten eigene Termine.
Schaut zuerst auf der Seite eurer Regionalen Planungsgemeinschaft nach, dort werden Auslegung und Fristen offiziell bekanntgegeben. Wenn ihr unsicher seid, welche Frist für euch gilt, fragt uns. Wir verfolgen die Verfahren in mehreren Planungsregionen und können euch meist innerhalb eines Tages sagen, woran ihr seid.
Schritt 2: Bildet eine handlungsfähige Kerngruppe
Ihr braucht am Anfang keinen eingetragenen Verein. Eine lose Bürgerinitiative aus einer Handvoll verlässlicher Leute ist völlig ausreichend, um Stellungnahmen einzureichen, eine Infoveranstaltung zu organisieren und mit Gemeinde und Presse zu sprechen. Einen e.V. gründet man später, wenn man Spenden sammeln oder als juristische Person klagen will, nicht in Woche eins.
Sucht euch drei bis fünf Menschen, die zuverlässig sind und sich die Aufgaben teilen: jemand für Inhalte und Recherche, jemand für Organisation und Termine, jemand für Presse und Außenkontakt. Legt einen gemeinsamen Mailverteiler an, aber sammelt Adressen sauber mit Einverständnis, sonst handelt ihr euch DSGVO-Ärger ein, bevor ihr richtig angefangen habt.
Ein guter erster Schritt nach außen ist ein Anschreiben an Bürgermeister und Gemeinderat. Eine fertige Vorlage dafür findet ihr in unseren Downloads.
Schritt 3: Holt euch die inhaltliche Munition
Hier müsst ihr das Rad nicht neu erfinden. Die Argumente gegen Windkraft an wirtschaftlich schwachen Binnenstandorten ähneln sich von Vachdorf bis ins Eichsfeld, nur die konkreten Zahlen unterscheiden sich. Ein paar Punkte, die fast überall tragen:
Der Vorwurf, ohne Regionalplan drohe "Wildwuchs", dreht die Realität um. Auch ohne ausgewiesene Vorranggebiete gilt das volle Genehmigungsrecht nach Baugesetzbuch und Bundes-Immissionsschutzgesetz. Vorranggebiete verhindern keinen Wildwuchs, sie geben Investoren über §35 Abs. 3 Satz 3 BauGB sogar eine stärkere Rechtsposition.
Viele der geplanten Standorte sind Schwachwindgebiete mit Kapazitätsfaktoren von rund 17 bis 21 Prozent, die bei zunehmend negativen Strompreisen wirtschaftlich fragwürdig sind. Dazu kommen mögliche Wertverluste von Immobilien in der Nähe, Fragen zu Artenschutz und Rückbau, und eine kommunale Beteiligung, die oft deutlich kleiner ausfällt, als sie dargestellt wird.
In unseren Downloads findet ihr das Grundsatzpapier und die Forderungen der Thüringer Bürgerinitiativen, dazu Datengrafiken zum Kapazitätsfaktor, die ihr frei verwenden dürft. Genau dieses Material aktuell und juristisch belastbar zu halten, ist viel Arbeit, die ihr euch sparen könnt, wenn ihr es von uns bezieht statt selbst zusammenzutragen.
Schritt 4: Schreibt eure Stellungnahme
Eine gute Stellungnahme ist kein abgeschriebenes Formular, sondern verbindet die übertragbaren Rechtsargumente mit dem, was nur ihr vor Ort wisst: welche Vogelarten ihr beobachtet, welche Sichtachsen betroffen sind, wie die Lärm- und Abstandssituation an euren Wohnhäusern aussieht. Gerade die konkreten örtlichen Beobachtungen sind das, was eine Stellungnahme stark macht, denn die kann die Behörde nicht so leicht abtun.
Nehmt unseren Leitfaden für Stellungnahmen als Ausgangspunkt. Er führt euch Schritt für Schritt durch den Aufbau. Wenn ihr in Südwestthüringen aktiv seid, sind die Prüfbögen der Planungsgemeinschaft (ZU-14) besonders wertvoll, weil dort für jedes Vorranggebiet steht, welche Gemeinde betroffen ist und welche Konflikte schon geprüft wurden. Auch diese Unterlagen verlinken wir in den Downloads.
Ihr müsst das nicht allein durchziehen
Das ist der eigentliche Grund für diesen Abschnitt. Jede Initiative, die bei null anfängt, wiederholt dieselben Lernschritte, die andere vor ihr schon gemacht haben. Genau das wollen wir euch ersparen. Als Teil des Bündnisses bekommt ihr Vorlagen, die gepflegt werden, einen Draht zu Initiativen in eurer Nähe, geteilte Pressekontakte und Erfahrung aus laufenden Verfahren, und ihr taucht sichtbar auf unserer Bündnis-Übersicht auf.
Wenn euch dieses Starterpaket die ersten Wochen erleichtert hat, dann meldet euch einfach über das Formular unten. Erzählt uns kurz, wer ihr seid und wo bei euch geplant wird, und wir kommen zeitnah auf euch zu.
Kontakt per E-Mail: mail@windwiderstand.de
